Jardin De Velours
Description German
Duftrichtung: Fruchtig, Frisch, Blumig, Würzig, Pudrig und Cremig-Süss
Kopfnoten: Apfel, Zitrone, Bergamotte
Herznoten: Himbeere, Blauregen, Mairose, Mandel
Basisnoten: Moschus, Patchouli, Sandelholz, Tonkabohne,Labdanum, Galbanum, Zedernholz
Parfumeur: John Brown
Der Junge war erst ein Jahr alt, als sein Vater ihn zum letzten Mal in seine kleine Plüschdecke hüllte. Sie war weich, warm und trug noch seinen vertrauten Duft. Den Duft seiner Haare, seiner Haut und jener stillen Augenblicke, in denen er friedlich in seinen Armen eingeschlafen war.
Nach der Trennung wurde das Kind in ein fernes Land gebracht. Briefe blieben unbeantwortet, Wege wurden versperrt und jeder Versuch, ihn wiederzusehen, endete vor verschlossenen Türen. Dem Vater blieb nur die kleine Decke, die sein Sohn zurückgelassen hatte.
Er bewahrte sie wie einen kostbaren Schatz. Wenn die Sehnsucht unerträglich wurde, nahm er sie vorsichtig an sich und atmete ihren Duft ein. Für einen kurzen Moment verschwanden die Entfernung und die vergangenen Jahre. Dann war sein Sohn wieder ganz nah, als würde er noch immer ruhig in seinen Armen liegen.
Die Decke wurde zu einem verborgenen Garten aus Erinnerungen. Einem Jardin de Velours, in dem kein fremdes Land, keine verschlossene Tür und keine verstrichene Zeit ihre Verbindung zerstören konnte. Mit jedem Jahr wurde der Duft schwächer, doch die Erinnerung an ihn immer stärker.
Elf Jahre lang bewahrte der Vater diesen letzten Duft. Nicht weil er in der Vergangenheit leben wollte, sondern weil er fürchtete, eines Tages zu vergessen, wie sich die Nähe seines Kindes angefühlt hatte.
Als Vater und Sohn sich endlich wieder gegenüberstanden, war aus dem kleinen Kind ein junger Mann geworden. Die Jahre hatten seine Stimme, seine Gestalt und seinen Duft verändert. Doch in seinem Blick erkannte der Vater sofort jenen Jungen wieder, den er niemals aufgehört hatte zu lieben.
Jardin de Velours erzählt von einer Liebe, die Entfernung, Schweigen und verlorene Jahre überdauerte. Von einer kleinen Plüschdecke, die zum unsichtbaren Band zwischen einem Vater und seinem Sohn wurde.
Der Duft verblasste mit den Jahren. Die Liebe niemals.